Deutschlandpremiere: SCHEREN DES TODES (Attack of the Crab Monsters, 1957) von ROGER CORMAN auf Blu-ray

“Ich befand mich unten im Becken von Marineland und versuchte, die Schauspieler zu einer bestimmten Handlung zu bewegen, während Kameramann Floyd Crosby gegen die Glasscheibe hämmerte, um sie zu etwas ganz anderem zu veranlassen… Das Ganze war ziemlich aberwitzig” – Drehbuchautor Charles B. Griffith.
Im Oktober 2026 erscheint bei Anolis Entertainment Roger Cormans Kultfilm SCHEREN DES TODES (Attack of the Crab Monsters, 1957) als Nr. 9 von “Das Vermächtnis der Galerie des Grauens” auf Blu-ray.
Für die Deutschlandpremiere dieses aberwitzig campy “Creature Feature” der 50er-Jahre wurde erstmals eine deutsche Synchronisation erstellt. In meinem Booklet-Essay geht es nicht allein um Hintergründe, chaotische Dreharbeiten über- und unter Wasser sowie dysfunktionale Monsterkonstruktionen, sondern ebenso um das Einmalige der Exploitation-Filme Roger Cormans und um den herausragenden Filmkomponisten Ronald Stein. Als ganz besonderes Schmankerl präsentiere ich das für diese Veröffentlichung exklusiv geschriebene Rezept des Krabbencocktails “Hoolar”, dessen Zubereitung und Verzehr allerdings vollkommen auf eigene Gefahr hin erfolgen sollte!
SCHEREN DES TODES erscheint mit folgenden Extras:

- 24-seitiges Booklet mit einem Text von Robert Zion: “SCHEREN DES TODES: ‘1. Aus klein mach groß: Von atomaren Insekten und Krustentieren’, ‘2. Wie versenkt man eine Krabbe?’, ‘3. Mit Freud in den Weltuntergang’, ‘4. Ronald Stein: Stimmen und Töne des Unheimlichen’, ‘5. Rezept: Krabbencocktail HOOLAR aus freien Atomen (für 4 überlebende Personen)’”
- Audiokommentar mit Dr. Rolf Giesen
- Audiokommentar mit Dr. Gerd Naumann, Matthias Künnecke und Christopher Klaese
- US-Kinotrailer
- Super 8-Trailer
- Bildergalerie
Technische Daten:
FSK: 12
Bildformat: 1:1.85 / Schwarzweiß
Tonformat: Deutsch/Englisch – DTS-HD 2.0 Mono
Untertitel: Deutsch (ausblendbar)
Länge: 63 Min. (BD/24 fps)
Demnächst im Handel
Hits: 52



Außerhalb der deutschen Filmkultur, die doch sehr von der kritiklosen Übernahme des kommerziellen Hollywood-Unterhaltungskinos auf der einen und der Überhöhung des arthouse-Kinos auf der anderen Seite, sowie von einer sehr eingeengten Wahrnehmung eines Genrefandoms geprägt ist, ist es nichts Ungewöhnliches, wenn auf der Suche nach Cormans vielleicht bestem Film sehr schnell TEENAGE DOLL genannt wird. John Waters zählt diesen zu seinen Lieblings-Filmen, Jack Hills – von Quentin Tarantino wiederentdeckter – SWITCHBLADE SISTERS von 1975, geradezu ein underground-Manifest eines radikalen female empowerment, schließt vielfältig daran an und Tarantino selbst widmete 2007 seinen GRINDHOUSE: DEATH PROOF dessen Drehbuchautor Charles B. Griffith. TEENAGE DOLL ist einer jener Filme, die einfach nicht einzuordnen sind, irgendwo angesiedelt zwischen den juvenile delinquency-Dramen der AIP, einem film noir – tatsächlich ist der Film vollständig bei Nacht gedreht und wird von Arthur Lyons auch zu diesem gezählt [1] -, den midnight movies John Waters’ (und anderer) und dem underground-Kino eines Kenneth Anger, ging er seinerzeit in der Flut der Teenager-Filme in den Auto-Kinos unter. Larry Woolner hatte 1956 Elia Kazans Warner-Hit BABY DOLL gesehen und Corman den Titel für ein juvenile delinquency-Drama vorgeschlagen, der den Film schließlich für $70.000 in zehn Tagen drehte – zuzüglich eines Wochenendes, in dem Griffith das gesamte Drehbuch überarbeiten musste. Die MPPDA („Motion Picture Producers and Distributors Association of America”) lehnte den ursprünglichen Drehbuch-Entwurf als mit dem Hays Code unvereinbar vollständig ab, wie Griffith erzählt:



Fritz Lang vertrat keineswegs die Ansicht, daß der Mensch allein von seinem „Schicksal” bestimmt sei, sondern meinte selbst, „daß dieses Schicksal nur eine folgerichtige Schlußerscheinung ist von dem, was der Mensch jeweilig getan hat.“[1] Seine Suche galt vielmehr den individuellen wie gesellschaftlichen Ursachen in einer deterministischen und zugleich kontingenten Welt, die dazu führen können, daß jemand im Sinne der griechischen Tragödie „schuldlos schuldig” (S. 24) wird: in der Psyche, den Beziehungen, im Begehren und im Wesen des Menschen, in gesellschaftlichen oder politischen Konventionen und Institutionen, selbst in materiellen Dingen (Objektbeziehungen) und der Raumordnung[2] einer Gesellschaft.