BUCKTOWN (1975) von Arthur Marks

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Bucktown (Arthur Marks, 1975)

„Ich war ein zorniges Ding. Ich verkörperte wirklich das, was in den Köpfen von Frauen, insbesondere von schwarzen Frauen vorging“ – Pam Grier, 2000.

Ben Johnson, Besitzer einer kleinen Bar in „Bucktown“, ist gestorben. Sein Bruder Duke Johnson (Fred Williamson) reist an, um an der Beerdigung teilzunehmen und den Nachlass Bens zu regeln. Auf der Beerdigung trifft Duke Bens ehemalige Geliebte Aretha (Pam Grier), den kleinen Steve (Tierre Turner) und Bens Freund Harley (Bernie Hamilton), ein ex-Footballstar, der zum Alkoholiker geworden ist. Doch Duke kann die Stadt nicht wieder so schnell verlassen, wie geplant. Der Nachlassverwalter verlangt von ihm, zwei Monate zu bleiben, bevor er die Bar seines Bruders übernehmen und verkaufen kann.

Auf Zureden von Aretha, Harley und Steve macht Duke die Bar also wieder auf. Doch dann treten die ersten Schwierigkeiten auf und Duke erfährt die Wahrheit: da sein Bruder keine Schutzgeld an die korrupte, weiße und rassistische Polizei zahlen wollte, musste er sterben. Duke nimmt jetzt den Kampf gegen die Polizei auf, die auch ihn unter Druck setzt, holt dafür sogar seinen Freund Tat Roy (Thalmus Rasulala) mit seiner Bande nach „Bucktown“. Doch als Tat Roy extrem brutal gegen die korrupte Polizei vorgeht und jemanden hinterücks erschießt, statt ihm nur einen Denkzettel zu verpassen, kommen Duke die ersten Zweifel.

Tatsächlich wittert Tat Roy das große Geschäft und plant „Bucktown“ mit seiner Bande selbst zu übernehmen. Als schließlich Aretha, mit der er inzwischen selbst angebandelt hat, von Tat Roy ins Visier genommen und Harley von dessen Männern sogar schwer verletzt wird, nimmt Duke gegen den Gangster nun den Kampf auf. Auch Aretha stellt den Geld- und Machtbessenen Roy furchtlos zur Rede, doch erst Duke und der kleine Steve machen dem Spuk in einem Panzerspähwagen ein Ende und befreien „Bucktown“ von Roys Bande.

Der in Missouri (in Kansas und Platte City) gedrehte Bucktown ist unter den vielen von der AIP in den 70ern produzierten oder vertriebenen Blaxploitation-Filme einer der konventionellsten Action- und Urban-Crime-Thriller. Er ist auch der erste Film, in dem sich da jähe Ende von Pam Griers Status als die weibliche Blaxploitation-Ikone ankündigte. Ihre Rolle in Bucktown beschränkt sich auf die des Love-Interest von Fred Williamson, ihre Aufgabe ist es im Wesentlichen, an Williamsons Seite gut auszusehen und nicht viel mehr als den sexy sidekick zu geben und die Handlung „emotional“ voranzutreiben.

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FOXY BROWN (1974) von Jack Hill

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Foxy Brown (Jack Hill, 1974)

“Die 70er waren eine Zeit der Freiheit und Frauen sagten, sie wollten Selbstbestimmung. Es gab damals mehr Selbstbestimmung und Selbstfindung als in jedem anderen Jahrzehnt, an das ich mich erinnern kann. Überall im Land waren Frauen Foxy Brown und Coffy. Sie waren unabhängig, kämpften für das Wohl ihrer Familien, akzeptierten keine Vergewaltigungen oder Opferrollen mehr. Und dies geschah im ganz Land. Ich selbst habe es nur auf die Leinwand gebracht. Ich glaube nicht, dass es dafür viel Talent oder Fantasie gebraucht hat. Ich habe es lediglich zum Ausdruck gebracht, es der Gesellschaft zurückgespiegelt” – Pam Grier, 2006.

“Revenge is a virtue/You stood up like you should/Standing up strong/Like we all wish we could/You’re a shining symbol/A shining symbol/Of black pride/You’re a new breed/A future seed/A new breed/Of black pride, yah!”

Mit diesem programmatischen Refrain von Roy Ayers’ Song “Shining Symbol“ endet Coffy von 1973 – während das Bild eingefroren und Pam Grier als „Coffy Coffin“ in der Abenddämmerung am Strand wie eine neue Kino-Ikone inszeniert wird –, der Film, mit dem Jack Hill und Pam Grier ein Jahr zuvor nicht nur einen kommerziellen Überraschungshit landeten, sondern eine Statement abgegeben haben, dessen Bedeutung für Millionen schwarze Kinobesucher allen Beteiligten vielleicht erst nach und nach richtig bewusst wurde und garnicht hoch genug eingeschätzt werden kann.

Foxy Brown sollte dann ursprünglich auch ein Sequel zu Coffy werden, doch die Verantwortlichen der AIP hielten Sequels für kommerziell weniger erfolgversprechend, so dass Regisseur und Autor Jack Hill die Erzählung des Vorgängers auf die neue Figur „Foxy Brown“ umschrieb. Und mit Foxy Brown wurde Pam Grier tatsächlich und endgültig zu einem „Shining Symbol“, exakt so, wie es Roy Ayers’ im Refrain seines wunderbaren Funk’n’Soul-Songs beschrieben hatte. Nun erhällt sie von Jack Hill ihre Star-Closeups, bestimmt ihre Garderobe vollkommen selbst, verlangt nicht nur mehr Honorar – nicht gerade zur Freude von AIP-Chef Sam Arkoff –, sondern auch erheblich mehr Einfluss auf die Gestaltung ihrer Rolle – seinerzeit nicht gerade zur Freude Jack Hills.

Zur Handlung: Lincoln “Link” Brown (Antonio Fargas) ist in Schwierigkeiten, zwei Schläger Eddie (Tony Giorgio) und Bunyon (Fred Lerner) versuchen ihn des Nachts an einem Taco-Stand kalt zu machen. Er ruft verzweifelt seine Schwester Foxy Brown (Pam Grier) an, die ihn äußerst rüde gerade noch einmal herausholt. Link ist auf die schiefe Bahn geraten, heroin- und spielsüchtig, schuldet er dem örtlichen Drogen- und Callgirlring um Miss Katherine (Kathryn Loder) und ihren Lover Steve (Peter Brown) eine hübsche Summe Geld. Foxy Brown ist mit dem Drogenfahnder Michael Anderson (Terry Carter) zusammen, der sich nach einem Undercover-Einsatz einer Gesichtsoperation unterziehen ließ, um fortan unerkannt zu bleiben, nachdem er seinen Job beendet hat.

Doch trotz der eindringlichen Warnung von Foxy Brown, kann Link nicht von den Drogen lassen und verrät Andersons neue Identität an die Gangster. Die erschießen Anderson und bringen bald darauf auch Link um. Foxy Brown sinnt nun auch Rache und verschafft sich als vermeintliches Luxus-Callgirl Zugang zum inneren Kreis von Miss Katherines Organisation. Gemeinsam mit dem Callgirl Claudia (Juanita Brown) wird sie von Miss Katherine auf den Richter Fenton (Harry Holcombe) angesetzt, um die Dealer der Organisation frei zu kaufen.

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FRIDAY FOSTER (1975) von Arthur Marks

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Friday Foster (Friday Foster – Im Netz der schwarzen Spinne, Arthur Marks, 1975)

“Es ist mir wichtig, eine Art Leuchtturm für die afroamerikanische Gemeinschaft zu sein und Ihnen Ihre Ängste zu nehmen” – Pam Grier, 2010.

Neben Jack Hill zählt Arthur Marks mit seinen action-geladenen Urban Crime Thrillern wie etwa J. D.’s Revenge (1976) und The Monkey Hustle (1976) sicherlich zu den heute bekanntesten Blaxploitation-Regisseuren. Und wie Jack Hill, so hat auch Marks diesen Nachruhm im Wesentlichen Quentin Tarantino zu verdanken. Tarantino ließ es sich nicht nehmen, Marks’ Detroit 9000 (1973) im Oktober 1998 über seine nur kurze Zeit bestehende eigene Firma “Rolling Thunder Pictures” neu zu veröffentlichen, nachdem er den Film bereits ein Jahr zuvor in Jackie Brown zitiert (als einer der Filme, die sich Bridget Fonda und Robert De Niro hierin im Fernsehen ansehen) und eine kurze Textzeile hieraus auf dem Soundtrack seiner Blaxploitation-Würdigung verwendet hatte.

Pam Grier hatte für Marks bereits in Bucktown (1975) gespielt, in einer etwas kleineren Rolle an der Seite von Blaxploitation-Star Fred Williamson, einem Film, den Samuel Z. Arkoff unbedingt für die AIP im Verleih haben wollte. Marks’ Nachfolgefilm für die AIP Friday Foster sollte dann – trotz der durchgehend sehr prominenten Besetzung – wieder ganz auf Pam Grier in der Titelrolle zugeschnitten sein. Der Film basierte auf der gleichnamigen Comic-Serie mit der ersten schwarzen Hauptfigur in den Mainstream-Tageszeitungen überhaupt, die die Chicago Tribune von 1970 bis 1974 im ganzen Land erfolgreich verkauft hatte.

Friday Foster: Yaphet Kotto

Zur Handlung: Pam Grier ist Friday Foster, ein Ex-Fotomodel, das nun für das „Glance-Fotomagazin“ als Fotografin arbeitet. Ausgerechnet zu Sylvester erhält sie einen Anruf von ihrem Verlagschef Monk Riley (Julius Harris), der sie anweist, am Flughafen von Los Angeles den dort eintreffenden Milliardär Blake Tarr (Thalmus Rasulala) – „den schwarzen Howard Hughes“ – zu fotografieren, sich aber ansonsten „aus allem rauszuhalten.“ Auch ihre Freundin, das Model Clorils Boston (Rosalind Miles) ruft sie verzweifelt an, sagt aber nicht warum. Am Flughafen wird Tarr tatsächlich von einigen als Polizisten verkleideten Männern angegriffen und angeschossen. Auf einem ihrer dort geschossenen Fotos, glaubt Friday einen der Attentäter „Yarbro“ (Carl Weathers) wiederzuerkennen. Bei ihrem nächsten Job auf einer Modenschau von Madame Rena (Eartha Kitt – tatsächlich „die Königin der Nachtclubs“ und Musik-Legende) trifft Friday dann den Privatdetektiv Colt Hawkins (Yaphet Kotto) und Clorils, die einige dunkle Andeutungen über „die schwarze Witwe“ macht – bevor sie ermordet wird.

„Yarbro“ versucht nun auch Friday umzulegen, doch sie kann entkommen. Die Polizei um Lt. Jake Wayne (Edmund Cambridge) glaubt, dass Clorils in Drogengeschäfte verwickelt war, doch Friday nimmt gemeinsam mit Colt eine andere Spur auf. Diese führt nach Washington D.C., zu dem schwarzen Senator David Lee Hart (Paul Benjamin) und Clorils Kontaktmann in der Hauptstadt Ford Malotte (Godfrey Cambridge). „Yarbro“ folgt Friday bis nach Washington, bringt dort auch Malotte um, der gegenüber Friday zuvor noch Andeutungen über „die schwarze Witwe“ machen konnte. Auf einem politischen Empfang trifft Friday dann Reverend Noble Franklin (Scatman Crothers), der sie auf sein Landhaus „Jericho“ einläd, und endlich auch Senator Hart sowie dessen Referenten Charles „Charlie“ Foley (Jason Bernard). Sie geht mit Hart ins Bett, der vermutet, dass hinter den Morden Blake Tarr und „ein großes Machtspiel“ steht.

      Friday Foster (Arthur Marks, 1975)    /   Jackie Brown (Quentin Tarantino, 1997)

Das nächste Opfer des politischen Intrigenspiels wird Madame Rena, die Friday noch eine Telefonnummer sagen kann, bevor auch sie von „Yarbro“ erschossen wird. Doch diesmal gelingt es Colt, „Yarbro“ zu stellen und ihn umzubringen. Madame Renas Telefonnummer führt Friday dann zu Blake Tarr, der seinerseits wiederum glaubt, dass „die schwarze Witwe“ nur ein Deckname für Senator Harts geheime Aktivitäten sei. Doch Friday findet auch an Blake Tarr gefallen („Zuallererst bin ich eine Frau“), schläft mit ihm und erhällt dann von dessen Sekretärin einen weiteren rätselhaften Hinweis: „Die Mauern werden fallen“. Friday und Colt glauben, dass dies die Mauern von „Jericho“ sind, Reverend Franklins Landhaus, wo sie das Zentrum der politischen Verschwörung vermuten.

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SHEBA, BABY (1975) von William Girdler

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Sheba, Baby (William Girdler, 1975)

„Ich glaube, ich zeige den Zuschauern die Dinge, so wie sie wirklich sind. Was die Gewalt betrifft, so geht es meinen Figuren immer um Selbstschutz – mit Haarklammern, Rasierklingen, was immer sie auch auf der Straße gelernt hatten, um zu überleben. Die Leute sollen diese hässlichen Dinge auf der Leinwand sehen“ – Pam Grier, 1976.

Es ist eine schöne Liebeszene, ein melancholischer und doch auch sehr versöhnlicher Abschied. Beide kommen sich sehr nahe und sind sich dennoch auch ein wenig fern. Sie greifen sich die Hände, küssen sich. Sie drückt ihm ihren Zeigefinger zum Abschied auf die Lippen. Nachdem sie gegangen ist, geht er zurück ins Ladenlokal, zögerlich, sie steigt in ein Auto, blickt nachdenklich, etwas ängstlich sogar, die Musik setzt ein…

Nein, das Ladenlokal ist nicht Max Cherrys (Robert Forsters) Kautions-Büro, es ist Brick Williams’ (Austin Stokers) Kredit-Büro, sie – Pam Grier – ist hier nicht “Jackie Brown”, sondern “Sheba Shayne” und dies ist auch nicht das Ende von Quentin Tarantinos Jackie Brown (1997), sondern von William Girdlers Sheba, Baby – und doch ist es eben auch das Ende von Jackie Brown. Tarantino hat aber nicht nur wieder einmal zitiert, als Schauspieler-Regisseur hat er Pam Grier dieses Endes so spielen lassen, wie sie es wollte, dabei eine Sensibilität und ein Vertrauen in ihre Fähigkeiten beweisend, die William Girdler in seinen Star 22 Jahre zuvor – zu dieser Zeit auf dem absoluten Höhepunkt ihrer Popularität – nicht immer hatte.

       Sheba, Baby (William Girdler, 1975)   /   Jackie Brown (Quentin Tarantino, 1997)

Die kurze Karriere William Girdlers – er kam 1978 nur 30-jährig bei einem Hubschrauberabsturz während einer Location-Suche auf den Philippinen ums Leben – war die eines klassischen Exploitation-Regisseurs, der die Erfolge anderer kommerziell auszunutzen wusste. Mit seinen Horrofilmen Abby (1974) und Grizzly (Killer Grizzly, 1976) sprang er jeweils einnahmeträchtig auf die Erfolge von The Exorcist (Der Exorzist, William Friedkin, 1973) und Jaws (Der weiße Hai, Steven Spielberg, 1975) auf, was ihm im Fall von Abby, der ursprünglich sogar den Arbeitstitel “The Blaxorcist” trug, eine Urheberrechtsklage von Warner einbrachte (der Film musste hiernach aus den Kinos genommen werden). Auch mit Sheba, Baby, nach The Zebra Killer (1974) und Abby Girdlers dritter Blaxploitation-Film, folgt der Regisseur diesem Muster – der Film sollte ein Star-Vehikel für den ersten weiblichen Blaxploitation-Star Pam Grier werden und vom kommerzielen Erfolg von Coffy (1973) und Foxy Brown (1974) noch einmal profitieren (tatsächlich wurde Sheba, Baby nach diesen beiden der kommerziell dritterfolgreichste Blaxploitation-Film Pam Griers).

Sheba, Baby: mit Austin Stoker

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COFFY (1973) von Jack Hill

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Coffy (Coffy – die Raubkatze, Jack Hill, 1973)

„Ich spielte Frauen, die Männern in wirklich jeder Situation gewachsen waren. Die Filme waren mehr als nur Unterhaltung. Drogendealer und andere Kriminelle bekamen es mit einer Frau zu tun, die sich auflehnte. Und das respektierten andere Frauen, die zu Hause vielleicht von ihren Ehemännern verprügelt wurden“ – Pam Grier, 1998.

Coffy definierte für Pam Grier’s Soul Cinema der AIP die Erfolgsformel: Action, Gewalt, Sex, meist einfache Rachegeschichten, kombiniert mit dem ruppig gezeichneten Alltag der schwarzen Bevölkerung aus Ausbeutung, rassistischer Unterdrückung, Drogen und Kleinkriminalität, korrupter Polizei, Machismo, starken Frauenfiguren und einem aufregenden Funk’n’Soul von Musikern wie Roy Ayers, Willie Hutch oder Monk Higgins. Aus der Bürgerrechtsbewegung der späten fünfziger Jahre und der zum Teil gewalttätigen Reaktion hierauf in den Sechzigern, wurde so das Blaxploitation-Kino, das sich nicht um politische Korrektheit kümmerte und dabei sogar mit dem Black Power Movement in den Clinch geriet. Aus diesem gründete sich schon bald eine „Coalition Against Blaxploitation“ und das Auto Richard Zimberts – damals Vize-Präsident der AIP – ging auf dem Parkplatz der Firma in Flammen auf.

Gerade in der Unbedarftheit und Direktheit seines Exploitation-Musters, transportiert von der überwältigenden Präsenz Pam Griers, ist Coffy beinahe schon weiter, als so mancher politisch korrekte Film es noch heute vorgibt zu sein. Er erhebt nicht einfach nur einen Anspruch auf schwarze Selbstbestimmung, er führt sie einfach aus, zeigt dabei auch unverholen den Sexismus und Opportunismus wie die Gewalt in der eigenen Community. Es ist ein Film für Schwarze, der nicht nur behauptet, ein Film für Schwarze zu sein, sondern der es einfach ist.  Dies alles macht Coffy zwar noch nicht zu einem voll entwickelten Ausdruck des Black feminism, weist aber schon eindeutig darauf hin. Im August 1975 erschien Pam Grier dann auch als erste schwarze Frau überhaupt auf dem Cover des feministischen “Ms. Magazine”.

Zur Handlung: Pam Grier ist “Coffy Coffin”, eine Operationsschwester bei Tag, die vor allem bei Nacht Rache für ihre kleine Schwester nimmt, die der Drogenmafia zum Opfer gefallen ist. Sie hat eine Beziehung mit dem Schwarzen Howard Brunswick (Booker Bradshaw), einem Anwalt, der für die Behörden arbeitet und höhere politische Ambitionen verfolgt. “Coffy” unternimmt ihren Rachefeldzug unter äußerstem Körper- und Waffeneinsatz, gibt sich als jamaikanische Prostituierte aus, um zunächst an den schwarzen Zuhälter und Pusher „King George“ (Robert DoQui) zu kommen. Ihr eigentliches Ziel aber ist der große Hintermann der Drogen- und Prostituiertenszene, der weiße Mafiaboss Arturo Vitroni (Allan Arbus). Unterstützung erhält sie dabei von dem schwarzen Polizisten Carter (William Elliott, seinerzeit Ehemann von Dionne Warwick), der, wie immer wieder angedeutet wird, im Gegensatz zu anderen Polizisten nicht korrupt ist.

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