MACABRE (William Castle, 1958) von Subkultur Entertainment

Im Dezember 2011 begann mit der Veröffentlichung von William Castles MACABRE (Macabre, 1958) in der Reihe „Drive-In Classics“ (No. 5) von Subkultur Entertainment die Hochzeit der Heimkino-Editionsgeschichte von William-Castle-Filmen in Deutschland. Zuvor wurde lediglich MÖRDERISCH (Homicidal, 1961) 2005 von Sony/Columbia auf DVD veröffentlicht.
Bis Ende 2026 sollten noch weitere sorgfältig aufbereitete und präsentierte deutsche Editionen folgen, etwa 2016 SCHREI, WENN DER TINGLER KOMMT (The Tingler, 1959), 2020 ER KAM NUR NACHTS (The Night Walker, 1964) und 2025 DAS HAUS AUF DEM GEISTERHÜGEL (House on Haunted Hill, 1958) in den “Galerien des Grauens” von Anolis; 2013 DIE HÖHLE DER GESETZLOSEN (Cave of Outlaws, 1951) in der Reihe “Western Legenden” von Koch Media; 2019 DER UNHEIMLICHE MR. SARDONICUS (Mr. Sardonicus, 1961) in der “William Castle Collector’s Edition” von Koch Media; 2021 ES GESCHAH UM 8 UHR 30 (I Saw What You Did, 1965) in der “Classic Chiller Collection” von Ostalgica.

Doch alles begann mit MACABRE, auch Williams Castles legendärer Ruhm als „Shock-Master“ und „Gimmick-King“ Hollywoods, für den Castle das Publikum bei Lloyds in London mit $1.000 gegen „Tod durch Erschrecken“ versicherte. Subkultur Entertainment präsentierte den Film mit der deutschen Kino-Synchronisation von 1959 und in einer nummerierten, auf 1500 Exemplare streng limitierten Auflage auf 2 DVDs. Auf der zweiten DVD befand sich Jeffrey Schwarz’ herausragende und mehrfach preisgekrönte Dokumentation SPINE TINGLER! – THE WILLIAM CASTLE STORY von 2007. In seinem Booklet-Text ging Pelle Felsch auf Grundlage meines Buches „William Castle oder Die Macht der Dunkelheit“ liebevoll auf die Karriere William Castles ein. Es war die cineastische Veröffentlichung des Jahres!
MACABRE ist als Amaray im Pappschuber mit folgenden Extras erschienen:
- Hauptfilm mit dt. Kinoton von 1959
- Deutscher und amerikanischer Kinotrailer
- Bildergalerie
- Super-8-Fassung
- 8-seitiges Booklet von Pelle Felsch: „SHOCK-GIMMICK! – Leben und Werk von William Castle, 1914-1977“ (auf Grundlage von William Castle oder Die Macht der Dunkelheit, 2000)
- Dokumentation: SPINE TINGLER! – THE WILLIAM CASTLE STORY (Jeffrey Schwarz, 2007)
Technische Daten:
Bild: 1.85:1 (16:9) / Schwarzweiß (Hauptfilm)/Farbe (Dokumentation)
Laufzeit: ca. 68 Minuten (Hauptfilm)/ ca. 82 Minuten (Dokumentation)
Ton Hauptfilm: Deutsch, Englisch (beide: DD 1.0 Mono)
Ton Dokumentation: Englisch
Untertitel Dokumentation: Deutsch
Nicht mehr lieferbar [Booklet von Pelle Felsch als PDF]
Hits: 79
Außerhalb der deutschen Filmkultur, die doch sehr von der kritiklosen Übernahme des kommerziellen Hollywood-Unterhaltungskinos auf der einen und der Überhöhung des arthouse-Kinos auf der anderen Seite, sowie von einer sehr eingeengten Wahrnehmung eines Genrefandoms geprägt ist, ist es nichts Ungewöhnliches, wenn auf der Suche nach Cormans vielleicht bestem Film sehr schnell TEENAGE DOLL genannt wird. John Waters zählt diesen zu seinen Lieblings-Filmen, Jack Hills – von Quentin Tarantino wiederentdeckter – SWITCHBLADE SISTERS von 1975, geradezu ein underground-Manifest eines radikalen female empowerment, schließt vielfältig daran an und Tarantino selbst widmete 2007 seinen GRINDHOUSE: DEATH PROOF dessen Drehbuchautor Charles B. Griffith. TEENAGE DOLL ist einer jener Filme, die einfach nicht einzuordnen sind, irgendwo angesiedelt zwischen den juvenile delinquency-Dramen der AIP, einem film noir – tatsächlich ist der Film vollständig bei Nacht gedreht und wird von Arthur Lyons auch zu diesem gezählt [1] -, den midnight movies John Waters’ (und anderer) und dem underground-Kino eines Kenneth Anger, ging er seinerzeit in der Flut der Teenager-Filme in den Auto-Kinos unter. Larry Woolner hatte 1956 Elia Kazans Warner-Hit BABY DOLL gesehen und Corman den Titel für ein juvenile delinquency-Drama vorgeschlagen, der den Film schließlich für $70.000 in zehn Tagen drehte – zuzüglich eines Wochenendes, in dem Griffith das gesamte Drehbuch überarbeiten musste. Die MPPDA („Motion Picture Producers and Distributors Association of America”) lehnte den ursprünglichen Drehbuch-Entwurf als mit dem Hays Code unvereinbar vollständig ab, wie Griffith erzählt:







































Fritz Lang vertrat keineswegs die Ansicht, daß der Mensch allein von seinem „Schicksal” bestimmt sei, sondern meinte selbst, „daß dieses Schicksal nur eine folgerichtige Schlußerscheinung ist von dem, was der Mensch jeweilig getan hat.“[1] Seine Suche galt vielmehr den individuellen wie gesellschaftlichen Ursachen in einer deterministischen und zugleich kontingenten Welt, die dazu führen können, daß jemand im Sinne der griechischen Tragödie „schuldlos schuldig” (S. 24) wird: in der Psyche, den Beziehungen, im Begehren und im Wesen des Menschen, in gesellschaftlichen oder politischen Konventionen und Institutionen, selbst in materiellen Dingen (Objektbeziehungen) und der Raumordnung[2] einer Gesellschaft.