BLOODY MAMA (1970) von ROGER CORMAN auf Blu-ray/DVD wiederveröffentlicht

 

 

Nachdem das 2020 erschienene Mediabook der „50th Anniversary Edition“ rasch vergriffen war, hat Wicked Vision Roger Cormans BLOODY MAMA (Bloody Mama, 1970) am 26. April 2024 als „Dual-Disc-Edition“ wieder veröffentlicht.

Cormans Gangster-Film der American International Pictures (AIP) mit Shelley Winters, Bruce Dern und Robert De Niro beindruckt auch heute noch durch seine vielfältigen sozialen, politischen, gesellschaftlichen und psychologischen Implikationen.

In meinem ebenfalls wieder veröffentlichten Audiokommentar gehe ich sehr ausführlich auf die besondere Stellung Roger Cormans in (New) Hollywood ein, arbeite das Wegweisende seiner vier Gangster Filme – MACHINE GUN KELLY (Revolver-Kelly, 1958), I, MOBSTER (Gangster Nr. 1, 1958), BLOODY MAMA und THE ST. VALENTINE’S DAY MASSACRE (Chicago-Massaker, 1967) – heraus und beschäftige mich vor allem mit der Freudschen Psychologie seiner Gangsterfiguren, die diese Filme noch bis heute so einmalig macht.

Der Film ist mit folgenden Extras erschienen:

  • Audiokommentar mit Robert Zion (ca. 90 Minuten)
  • Interview mit Regisseur Roger Corman
  • Deutscher Kinotrailer
  • Original Kinotrailer
  • „Trailers from Hell“ mit Roger Corman
  • Bildergalerie
  • Wendecover mit Artwork von Timo Würz

Technische Daten:

FSK: 16
Laufzeit: 91 Minuten (ungekürzt) / 87 Minuten (ungekürzt)
Bildformat: 1,85:1 (1080p) / 1,85:1 (anamorph) / Farbfilm
Sprache: Deutsch, Englisch
Tonformat: DTS-HD Master Audio 2.0
Untertitel: Deutsch, Englisch
Untertitel Extras: Deutsch

Beim Label bestellen [Dual-Disc-Edition]

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Offener Brief: Deutsche Filmschaffende gegen Antisemitismus

Nach der Menschenjagd der Hamas-Terroristen vom 7. Oktober 2023 in Südisrael, dem größten und grausamsten Judenpogrom seit der Shoah, ist der Antisemitismus weltweit erneut geradezu explodiert, auch in Deutschland.

Weit über 1.000 deutsche und deutschsprachige Filmschaffende haben sich daher in einem Offenen Brief solidarisch „mit Israel, mit Jüdinnen und Juden in der Welt“ erklärt und „gegen Antisemitismus, Judenhass und Relativierung von Verbrechen“ ausgesprochen.

Auch ich habe diesen Brief unterzeichnet und bitte alle meine Kolleginnen und Kollegen aus der Filmpublizistik und Filmwissenschaft, sich uns anzuschließen (der Offene Brief kann hier eingesehen und unterzeichnet werden).

Ich unterstütze zudem die Jerusalemer Erklärung zum Antisemitismus vom 26. März 2021.

Robert Zion

 


Bild: Joan Bennett in MENSCHENJAGD (Man Hunt, 1941) von Fritz Lang.

 

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Herzlich willkommen auf meiner Filmseite!

Auf dieser Seite finden Sie alles über meine Arbeiten über das Kino in gedruckter und gesprochener Form: Bücher, Artikel, Booklet-Texte sowie Audiokommentare.

Auszüge aus meinen Filmbüchern und Downloads bereits vergriffener Artikel oder Booklets finden Sie hier ebenso, wie Interviews und Rezensionen meiner Veröffentlichungen.

Sollten Sie Rückfragen oder Wünsche an mich haben (Interviews, Mitarbeit an Veröffentlichungen, etc.), können Sie gerne Kontakt mit mir aufnehmen.

Ich wünsche Ihnen anregende Lesestunden auf dieser Seite!

Robert Zion

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Interview über FRITZ LANG IN AMERIKA und Auszug: THE BIG HEAT (1953)

Crimemag von culturmag.de hat FRITZ LANG IN AMERIKA gelesen und mich über das Buch interviewt. Das ausführliche Interview ist hier zu finden: “Auf der Suche nach dem Gold der Zeit“.

Außerdem veröffentlicht Crimemag noch exklusiv einen Auszug aus dem Buch, das Kapitel zu Fritz Langs hartem Film Noir und Protokoll der Kontamination der amerikanischen Gesellschaft mit Korruption und Gewalt: “THE BIG HEAT (Heisses Eisen, 1953)“.

 

Rezension des Buches von Alf Mayer auf Crimemag: “Nicht hoch genug zu loben“. Das Magazin verlost zudem auf den verlinkten Seiten zwei Exemplare der vergriffenen zweibändigen Erstausgabe im Schuber.

Alle weiteren Informationen, noch mehr Rezensionen sowie Bezugsquellen von FRITZ LANG IN AMERIKA gibt es: hier.

 

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SCARLET STREET (Straße der Versuchung, 1945) von FRITZ LANG

Fritz Lang vertrat keineswegs die Ansicht, daß der Mensch allein von seinem „Schicksal” bestimmt sei, sondern meinte selbst, „daß dieses Schicksal nur eine folgerichtige Schlußerscheinung ist von dem, was der Mensch jeweilig getan hat.“[1] Seine Suche galt vielmehr den individuellen wie gesellschaftlichen Ursachen in einer deterministischen und zugleich kontingenten Welt, die dazu führen können, daß jemand im Sinne der griechischen Tragödie „schuldlos schuldig” (S. 24) wird: in der Psyche, den Beziehungen, im Begehren und im Wesen des Menschen, in gesellschaftlichen oder politischen Konventionen und Institutionen, selbst in materiellen Dingen (Objektbeziehungen) und der Raumordnung[2] einer Gesellschaft.

Die konventionelle Erzählform eines Hollywoodfilms, von Cornelius Schnauber „Dreischnitt-Dramaturgie“[3] genannt, lehnte Lang dementsprechend ab: Geordneter Zustand – Entfremdung hiervon und moralische Konflikte – Rückkehr zur inneren und äußeren Ordnung und Tugend. Es ist dies „die vereinfachte Lessing’sche Katharsis-Dramaturgie“[4], auf der die Erzählformen Hollywoods letztlich beruhen. Doch die Dramentheorie Gotthold Ephraim Lessings war bereits eine christliche Auslegung („Barmherzigkeit“, „Tugend“) der griechischen Tragödie, die sich entsprechend im „amerikanischen Calvinismus“ Hollywoods wiederfand, „der als Grundphilosphie des ‚American way of life’ sogar Katholiken wie Hays[5] erfaßt hatte.“[6]

Das Kino Fritz Langs hingegen entspricht der vorchristlichen, klassischen Tragödiendefinition des Aristoteles: Der Mensch „erleidet“ (συμπαθεῖν), im Sinne eines passiven Affiziertwerdens, eine Einwirkung von außen. Die „Betrübnis“ (λύπη) über ein solch „unverdientes“ (ἀναξίου) Übel, welches ebenso uns selbst zuteilwerden könnte, erzeugt dann eine gewisse Identifikation mit dem Opfer. Der Betrachter der Tragödie wird vom Geschehen ergriffen, empfindet eine „Erschütterung“ (ταραχή), wenn er ahnt, welches Leid ihm selbst widerfahren könnte.[7] Während die „Katharsis“ (κάθαρσις) einer Tragödie nach Lessing (und des christlich geprägten Hollywood) darin bestehen soll, „Furcht“ zu erzeugen, um zur „Tugend“ zurückzuführen, soll sie nach Aristoteles[8] (und Fritz Lang) „Jammer“ (ἔλεος) und „Schauder“ (φόβος) über ein unverdientes Übel hervorrufen, das dem Menschen aufgrund seiner selbst und der Wirklichkeit der Welt widerfährt. Da sich aber unsere Gefühle (Affekte) auf die wirkliche Welt beziehen, erfahren wir diese dann, nach Aristoteles, in der Kunst als rational begreifbar.[9]

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TENNESSEE’S PARTNER (Todesfaust, Allan Dwan, 1955) mit RHONDA FLEMING

Man kann Hans Schifferle nur uneingeschränkt zustimmen, wenn er schreibt: „Ihre schönsten und am meisten ihrer Kinopersona entsprechenden Rollen hat Rhonda Fleming freilich bei Allan Dwan, der in seiner langen Karriere mit Douglas Fairbanks Sr., Gloria Swanson und Shirley Temple zusammengearbeitet hat. Zwei Filme hat sie mit Dwan gemacht, erotische kleine Genreperlen, zwischen A- und B-Film schwankend“ [1]. Sie hatte im Mai 1955 mit dem unabhängigen Produzenten Benedict Bogeaus, der ab 1952 seine Filme über die RKO vertrieb, einen Vertrag über drei Filme abgeschlossen [2] und diesmal damit enormes Glück. Die RKO bestand darauf, dass der Hollywood-Veteran Dwan die Regie übernahm, um die Produktionskosten unter Kontrolle zu halten, die bei Bogeaus in der Regel zwischen $800.000 und $850.000 veranschlagt wurden (bei einer Drehzeit von 15 Tagen ) [3]. Nach Rhonda Fleming brauchte Dwan für TENNESSEE’S PARTNER dann doch 32 Drehtage [4], zu einem dritten Film für Bogeaus nach SLIGHTLY SCARLET sollte es dann allerdings nicht mehr kommen, da RKO Pictures 1955 den Mischkonzern General Tire erwarb und die Abteilung für Filmproduktion im Herbst 1957 an Desilu verkauft wurde (die auf reine Fernsehproduktion umstellte) [3].Der 1885 in Kanada geborene Dwan war einer der großen Filmpioniere Hollywoods, der in den Anfangsjahren der Traumfabrik einen Status innehatte, der nur noch mit dem D. W. Griffiths oder Cecil B. DeMilles vergleichbar war – vor allem aber war er der wahrscheinlich einzige Regisseur, der die Screen Persona Rhonda Flemings tatsächlich vollständig verstanden hatte und auch zur Entfaltung kommen ließ. Dwan verstand sich auf die Inszenierung außergewöhnlicher femininer Präsenz; bereits in der Stummfilmzeit hatte er aus Gloria Swanson mit einer Reihe von Filmen wie ZAZA (1923) oder A SOCIETY SCANDAL (1924) einen Star und eine regelrechte Ikone gemacht. Carole Lombard, in den 30er-Jahren einer der bestbezahlten Stars Hollywoods, gab 1921 in Allan Dwans A PERFECT CRIME mit 12 Jahren ihr Filmdebüt. Und Ida Lupino hatte 1932 in Dwans HER FIRST AFFAIRE ihren zweiten Auftritt und ihre erste Hauptrolle, die keine Kinderrolle mehr war. Überhaupt waren Leinwand-Ikonen wie Swanson und Lombard oder frühe Sexsymbole wie Theda Bara und Clara Bow nicht ganz unbedeutend für die Screen Persona Rhonda Flemings, auch was ihre äußere Erscheinung betraf. Die legendäre Edith Head, seit 1938 Chef-Designerin der Paramount (bei der sie 44 Jahre blieb), entwarf zahlreiche Kostüme für Rhonda Fleming („Ihre Kleidung sitzt so wunderschön, wie ein Handschuh“ [5]), für A CONNECTICUT YANKEE und THE GREAT LOVER, aber auch für Abenteuerfilme wie CROSSWINDS und JIVARO und Western wie PONY EXPRESS und GUNFIGHT AT THE O.K. CORRAL. Als Head 1957 für THE BUSTER KEATON STORY zum zwölften und vorletzten Mal Rhonda Flemings Kostüme entworfen hatte, wurde sie von Harrison Carroll danach befragt, ob sie sich „noch andere Kleider für Rhonda erträumt habe.“ „Ich habe sie mir nicht ausgedacht. Fast alle Kostüme von Rhonda habe ich von Kleidern kopiert, die ich für Gloria Swanson, Clara Bow und Carole Lombard entworfen habe“, so Head [6].

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Hits: 77

Werkausgabe Band 3 erschienen: FRITZ LANG IN AMERIKA

Robert Zion
FRITZ LANG IN AMERIKA
Werkausgabe Band 3
332 Seiten | Paperback
140 Abbildungen
Filmografie | Zeittafel | Index
8. Juni 2023
ISBN-10: 3744894470
ISBN-13: 978-3744894470

€ [D] 19,90

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Auszug SCARLET STREET (1945)
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