CAVE OF OUTLAWS (Die Höhle der Gesetzlosen, 1951) von WILLIAM CASTLE

WHEN STRANGERS MARRY: Kim Hunter
Als William Castle, 1914 in New York City als Sohn deutsch-jüdischer Einwanderer geboren, Ende der 50er Jahre mit Filmen wie THE TINGLER (Schrei, wenn der Tingler kommt, 1959)[1] zum “Gimmick-King Hollywoods avancierte, hatte er sowohl im Film Noir wie auch im Western bereits seine Spuren hinterlassen: Castles erster Western KLONDIKE KATE (1943) vereinte Tom Neal und Ann Savage erstmals als Hauptdarsteller, die kurz darauf in Edgar G. Ulmers DETOUR (Umleitung, 1945), dem wohl pessimistischsten aller B-Noirs, gemeinsam spielen sollten; Kim Hunters Rolle in Castles Film Noir WHEN STRANGERS MARRY (Heirate niemals einen Fremden, 1944) wirkte wie ein Echo ihrer “Mary Gibson” in der Val-Lewton-Produktion THE SEVENTH VICTIM (1943), der, außergewöhnlich selbst für einen Horrorfilm, mit einem Doppelselbstmord endet; von der achtteiligen Film-Noir-B-Serie der Columbia um den WHISTLER (1944-1948)[2] drehte Castle gleich vier.

UNDERTOW: Scott Brady
William Castle beste Films Noir (von insgesamt 11) sind UNDERTOW (Tödlicher Sog, 1949)[3] sowie der semidokumentarische NEW ORLEANS UNCENSORED (1955)[4], sein bester Western (insgesamt ebenfalls 11) ist CAVE OF OUTLAWS, mit dem er seinen individuellen Stil – ein einzigartiger Hybrid aus Konventionen des Horrorfilms, zahlreichen Elementen des Film Noir und Camp – auf das Westerngenre übertrug. CAVE OF OUTLAWS wurde in den Tropfsteinhöhlen bei Carlsbad (“Carlsbad Caverns”) in New Mexico gedreht, die um 1900 von Siedlern entdeckt, 1923 unter Schutz gestellt und 1930 zum Nationalpark erklärt wurden. Die Inszenierung in den Stalaktiten und Stalagmiten der mehrere Millionen Jahre alten Höhle, im Wesentlichen eine Gangstergeschichte im Westen, folgt dabei ganz einer lebenslangen Obsession des Regisseurs für die “Macht der Dunkelheit” – William Castle zählte zweifelsohne zu jenen “Cinéastes maudit” Hollywoods, “die das Dunkel gesucht haben”, so die mahnenden Worte, mit denen sich die schattenhafte Figur des “Whistler” in der erwähnten Film-Noir-B-Serie immer wieder direkt an das Publikum wandte.
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