COFFY (1973) von Jack Hill

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Coffy (Coffy – die Raubkatze, Jack Hill, 1973)

„Ich spielte Frauen, die Männern in wirklich jeder Situation gewachsen waren. Die Filme waren mehr als nur Unterhaltung. Drogendealer und andere Kriminelle bekamen es mit einer Frau zu tun, die sich auflehnte. Und das respektierten andere Frauen, die zu Hause vielleicht von ihren Ehemännern verprügelt wurden“ – Pam Grier, 1998.

Coffy definierte für Pam Grier’s Soul Cinema der AIP die Erfolgsformel: Action, Gewalt, Sex, meist einfache Rachegeschichten, kombiniert mit dem ruppig gezeichneten Alltag der schwarzen Bevölkerung aus Ausbeutung, rassistischer Unterdrückung, Drogen und Kleinkriminalität, korrupter Polizei, Machismo, starken Frauenfiguren und einem aufregenden Funk’n’Soul von Musikern wie Roy Ayers, Willie Hutch oder Monk Higgins. Aus der Bürgerrechtsbewegung der späten fünfziger Jahre und der zum Teil gewalttätigen Reaktion hierauf in den Sechzigern, wurde so das Blaxploitation-Kino, das sich nicht um politische Korrektheit kümmerte und dabei sogar mit dem Black power movement in den Clinch geriet. Aus diesem gründete sich schon bald eine Coalition Against Blaxploitation und das Auto Richard Zimberts – damals Vize-Präsident der AIP – ging auf dem Parkplatz der Firma in Flammen auf.

Gerade in der Unbedarftheit und Direktheit seines Exploitation-Musters, transportiert von der überwältigenden Präsenz Pam Griers, ist Coffy beinahe schon weiter, als so mancher politisch korrekte Film es noch heute vorgibt zu sein. Er erhebt nicht einfach nur einen Anspruch auf schwarze Selbstbestimmung, er führt sie einfach aus, zeigt dabei auch unverholen den Sexismus und Opportunismus wie die Gewalt in der eigenen Community. Es ist ein Film für Schwarze, der nicht nur behauptet, ein Film für Schwarze zu sein, sondern der es einfach ist.  Dies alles macht Coffy zwar noch nicht zu einem voll entwickelten Ausdruck des Black feminism, weist aber schon eindeutig darauf hin. Im August 1975 erschien Pam Grier dann auch als erste schwarze Frau überhaupt auf dem Cover des feministischen “Ms. Magazine”.

Zur Handlung: Pam Grier ist “Coffy Coffin”, eine Operationsschwester bei Tag, die vor allem bei Nacht Rache für ihre kleine Schwester nimmt, die der Drogenmafia zum Opfer gefallen ist. Sie hat eine Beziehung mit dem Schwarzen Howard Brunswick (Booker Bradshaw), einem Anwalt, der für die Behörden arbeitet und höhere politische Ambitionen verfolgt. “Coffy” unternimmt ihren Rachefeldzug unter äußerstem Körper- und Waffeneinsatz, gibt sich als jamaikanische Prostituierte aus, um zunächst an den schwarzen Zuhälter und Pusher „King George“ (Robert DoQui) zu kommen. Ihr eigentliches Ziel aber ist der große Hintermann der Drogen- und Prostituiertenszene, der weiße Mafiaboss Arturo Vitroni (Allan Arbus). Unterstützung erhält sie dabei von dem schwarzen Polizisten Carter (William Elliott, seinerzeit Ehemann von Dionne Warwick), der, wie immer wieder angedeutet wird, im Gegensatz zu anderen Polizisten nicht korrupt ist.

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