Schwarz wie Schnee – Die vier besten Schnee-Western

Track of the Cat (Spur in den Bergen, William A. Wellman, 1954)

Day of the Outlaw
(Tag der Gesetzlosen, Andre de Toth, 1959)

Il grande silenzio
(Leichen pflastern seinen Weg, Sergio Corbucci, 1968)

The Hateful Eight
(The Hateful 8, Quentin Tarantino, 2015)

Den Begriff des “Schnee-Westerns” gibt es eigentlich nicht. Tatsächlich handelt es sich dabei auf den ersten Blick um etwas mehr als eine Handvoll Filme, die die üblichen Western-Landschaften – das karge Steppenland, die Wälder oder Wüsten, den staubtrockenden Sommer bis hin zum Indian Summer – verlassen, um gänzlich in Winterlandschaften zu spielen. Vielleicht konnte nur ein Quentin Tarantino das Phänomen des Schnee-Westerns als solches mit The Hateful Eight (2015) überhaupt in den Blick nehmen und wiederaufgreifen, denn dessen sehr eigener Zugang zum Kino besteht nicht nur in der formalen Zertrümmerung und Neuzusammensetzung traditioneller Erzählformen, Genres oder Mythen, sondern auch in der Wiederentdeckung und gewissermaßen “Neu-Veredelung” des filmhistorisch Randständigen und Abseitigen. Bei diesem Phänomen handelt es sich nicht nur um eine Formalie, um etwas Atmosphärisches – Western, die in Schneelandschaften oder eisigen Gebirgslandschaften spielten, bezeichneten tatsächlich schon immer einen Bruch innerhalb des Genres, einen Rollenwechsel der Natur, die hier – im Gegensatz zu den Standards des Westerns – nichts mehr zu Bewältigendes ist, oder aber ihre traditionell ausgleichende Funktion vollkommen verliert.

Schnee-Western waren daher schon immer Noir Western oder Anti-Western, über die filmhistorischen Epochen hinweg. Es ist daher mehr als lohnend, die drei herausragenden Schnee-Western, auf die auch The Hateful Eight selbstverständlich Bezug nimmt, im Zusammenhang mit Tarantinos Film vorzustellen. Gleich zu Beginn kann gesagt werden: Alle diese Filme haben etwas stark Reduziertes, Existenzialistisches, einen Hang zum Experimentellen und zum großen, mythopoetischen Kino, das über “die letzten Dinge” erzählen will; zugleich folgen sie formal weniger den traditionellen Erzählformen des Kinos, sondern eher denen des Kammerspiels oder der Oper. Zu den Höhepunkten des Genres zählen sie sämtlich allemal.

Track of the Cat (1954)

William A. Wellman, zu dieser Zeit bereits ein altgedienter Hollywood-Veteran, wollte mit Track of the Cat nicht nur “einen Schwarzweiß-Film in Farbe” drehen, er schloß hiermit bewusst an die großen Konzept-Western seines Spätwerkes an, an The Ox-Bow Incident (Ritt zum Ox-Bow, 1943) und Yellow Sky (Herrin der toten Stadt, 1948). Während er sich mit Yellow Sky dafür noch bei Shakespeares “The Tempest” (“Der Sturm”, 1611) bediente, griff er für Track of the Cat wieder, wie bereits bei The Ox-Bow Incident, auf eine Erzählung von Walter Van Tilburg Clark zurück. The Ox-Bow Incident, eine ungewöhnlich intensive Studie über die Wurzeln des amerikanischen Faschismus, gilt heute als der erste “moderne” Erwachsenen-Western, zugleich bildete er den Auftakt jener kleinen Reihe von Filmen (je nach Definition etwa 50-70 Western), die mittlerweile als “Noir Western” bezeichnet werden.

Auch Track of the Cat zählt zu diesen Noir Western, beinahe kammerspielartig erzählt er in hochgradig stilisierten Bildern und mit geradezu literarisch ausgefeilten Dialogen die Geschichte des Zerfalls der Familie Bridges in den schneeverwehten Bergen Nordkaliforniens um 1900 (gedreht wurde am Mount Rainier in Washington State). Nicht nur die titelgebende Raubkatze, die mit dem Schnee auftaucht und das Vieh der Familie reisst, nahezu alle Figuren sind vollgesogen mit mythologischen, archetypischen Charakterisierungen, wie in einem griechischen Drama. Zuweilen meint man, sich nicht in einem Western, sondern in einem Film nach Arthur Miller oder Edward Albee wie etwa Death of a Salesman (Tod eines Handlungsreisenden, Volker Schlöndorff, 1985) oder Who’s Afraid of Virginia Woolf? (Wer hat Angst vor Virginia Woolf?, Mike Nichols, 1966) zu befinden.

Track of the Cat (Spur in den Bergen, William A. Wellman, 1954)

Der älteste Sohn der Familie Curt (Robert Mitchum) ist eine Art Tyrann, der eine besondere Beziehung zur Mutter “Ma” (Beulah Bondi) hat, einer verhärmten religiösen Fundamentalistin, was wiederum den Vater “Pa” (Philip Tonge) zu einem Säufer hat werden lassen. Der zweitälteste Sohn Arthur (William DeWolf Hopper Jr.) trägt seinen Kampf mit Curt aus, um dem jüngsten Sohn Harold (Tab Hunter) die Heirat mit der jungen Gwen Williams (Diana Lynn) zu ermöglichen. Ein Lebensglück, das der alternden Tochter der Familie Grace (Teresa Wright) durch “Ma” und Curt stets verwehrt blieb. Der alte Indianer “Joe Sam” (Carl Switzer), um dessen Vergangenheit sich in der Familie dunkle Mythen ranken, ist als Diener der Familie, gleich einem Gespenst stets anwesend, das Auftauchen des Raubtiers und das Drama der Familie mit düsteren Andeutungen kommentierend. Auf der Jagd nach der Raubkatze – die im Übrigen nie gezeigt wird – stirbt zunächst Arthur, Curt wird später Opfer seiner Hybris und stürzt, wahnsinnig geworden, in eine eisige Felsspalte. Ausgelöst wird sein Wahnsinn durch den Hunger und ein Gedicht von John Keats, das er in der Tasche des toten Bruders Arthur gefunden hatte. Der Lebensbetrug aus Herrschsucht, Habgier (um die Anteile der Farm), Lustfeindlichkeit und christlicher Bigotterie von “Mas” Matriarchat zerfällt mit der Familie unerbittlich.

Wellman erzählt die Geschichte dieses finsteren psychologischen Westerns in überlegt durchkomponierten Cinemascope-Bildern, die vollkommen unnatürlich wirken, aber von einer derartigen Kraft, Reduziertheit und Schöhnheit sind, dass sie den Regisseur noch Jahre später, als er sich die Original-Rollen von Track of the Cat noch einmal ansah, zu der Bemerkung veranlassten, “noch nie solch eine Schönheit, solch eine unverhüllte Schönheit” gesehen zu haben. Dies visuelle Gestaltung des Films bildet in ihrer Schönheit einen Kontrapunkt zu dem untergründigen Hass, den enttäuschten Sehnsüchten der Familie, den zerstörten Leben, so wie die rote Winterjacke Curts den einzigen Farb-Kontrast zu den sonst farblich extrem ausgewaschenen Bildern bildet. Alle Schauspieler agieren zudem durchweg überzeugend, doch Robert Mitchums Darstellung des Curt ist einfach nur brillant, in ihrer Intensität durchaus vergleichbar mit seinen hintergründig dämonischen Rollen in The Night of the Hunter (Die Nacht des Jägers, Charles Laughton, 1955) und Cape Fear (Ein Köder für die Bestie, J. Lee Thompson, 1962).

Track of the Cat ist ein heute weithin unbekannter, fast vergessener Western. Tatsächlich ist es ein sehr schwieriger Film, mit Sicherheit aber einer der ungewöhnlichsten Genre-Beiträge bis heute überhaupt.

Day of the Outlaw (1959)

Andre de Toths existenzialistischer Schnee-Western mit Robert Ryan bedarf in seiner Besonderheit einer ausführlicheren Vorstellung. Das 35 Millimeter Retrofilmmagazin hat mir die Gelegenheit dazu gegeben. In der Booklet-Edition (#5) des Magazin erscheint daher im Juli 2018 meine Besprechung des Films.

Day of the Outlaw (Tag der Gesetzlosen, Andre de Toth, 1959)

Il grande silenzio (1968)

Obwohl Regisseure wie Sydney Pollack, Arthur Penn oder Robert Altman den klassischen Western gelegentlich aufgriffen und ihn dabei radikal entmythologisierten, den traditionellen Western quasi einer “Revision” unterzogen (daher auch der Begriff des “revisionistischen Westerns” für den Anti-Western etwa ab Mitte der sechziger Jahre), ist es New Hollwood nicht gelungen, dem Genre zu neuer Popularität zu verhelfen. Dies blieb zu dieser Zeit dem Italo-Western vorbehalten. Der für unser Thema interessanteste Western New Hollywoods dürfte McCabe & Mrs. Miller (Robert Altman, 1971) sein, ein melancholischer Western in unwirklichen Schneelandschaften, der den linken Zeitgeist insofern wiedergibt, als dass er seine – von Warren Beatty und Julie Christie gespielten – Anti-Helden vollkommen unromantisch zeichnet und nicht nur an sich selbst, sondern vor allem an der Macht des Kapitals scheitern lässt.

McCabe & Mrs. Miller (Robert Altman, 1971)

Doch die eigentlichen linken “Zeitgeist-Western” dieser Generation sind die Sergio Corbuccis, der kurz hintereinander mit Django (1966) den Archetyp des Italo-Westerns, mit Il grande silenzio (1968) den existenzialistischsten und mit Il mercenario (Die gefürchteten Zwei, 1968) den wohl politischsten aller Italo-Western schuf. Mit ihrer leitmotivischen Musik (zumeist Ennio Morricones), ihren erzählerischen Tableaus, ihrer Rhythmik, Ästhetik und Bildgewalt, sind auch Corbuccis Western epische Filmopern, doch im Unterschied zu den Filmen Sergio Leones legen sie dabei weit mehr Wert auf das Dramatische und Gesellschaftliche, dabei nicht selten Pathologische. In allen Italo-Western ist der klassische amerikanische Western stets gegenwärtig, vor allem in seinen Brüchen und Abweichungen, und auch Corbuccis thematisch, klimatisch und emotional eisiger Il grande silenzio referiert eindeutig auf Vorläufer wie Track of the Cat und Day of the Outlaw. Das wirklich Neue am Italo-Western waren nicht seine unrasierten, schmutzigen Figuren oder sein negatives Menschen- und Gesellschaftsbild – beides gab es bereits lange zuvor in Noir Western wie etwa Blood on the Moon (Nacht in der Prärie, Robert Wise, 1948) -, es war auch nicht der politische Kontext, den auch New Hollwood widerspiegelte; das wirklich Neue war seine Umdefinition des “Westerners” zu bis dahin ungewöhlichen Heldenfiguren. Mit Figuren wie Ringo, Django, Keoma, dem “Namenlosen” oder dem “Stummen” schuf der Italo-Western neue Archetypen des Genres und zugleich mit Giuliano Gemma, Franco Nero oder Clint Eastwood dessen neue Schauspieler-Ikonen.

Il grande silenzio (Leichen pflastern seinen Weg, Sergio Corbucci, 1968)

In Il grande silenzio, der formal im rauhen Winter Utahs, tatsächlich aber nicht eine Sekunde in Amerika spielt (gedreht wurde in Venetien, in den Abruzzen und in Südtirol), ist Jean-Louis Trintignant “Silence”, “der Stumme”, der sich gegen die Kopfgeldjäger um den ebenso brutalen wie mitleidlosen Loco (Klaus Kinski) stellt. Diese haben das eigentliche Gewaltmonopol in Utah, unterstützt vom “Friedensrichter” Pollicut (Luigi Pistilli), der zugleich der reiche Kaufmann des Ortes “Snowhill” ist und die Macht des Geldes weit mehr repräsentiert, als das Gesetz. Opfer sind die armen Leute Utahs, die aus Not und Hunger die Wohlhabenderen ausrauben, sich in den Bergen verstecken und von den Kopfgeldjägern um Loco rücksichtslos gejagt und getötet werden. Erst als der Gouverneur von Utah (Carlo D’Angelo) einen neuen Sheriff (Frank Wolff) entsendet, um wieder Recht und Ordnung durchzusetzen, scheint für die Armen ein wenig Hoffnung aufzukeimen. Gemeinsam mit “dem Stummen”, dessen Stimmbänder einstmals von Kopfgeldjägern um Pollicut zerschnitten wurden, versucht der neue Sheriff Loco auszuschalten. Doch die Gewalt trägt den Sieg davon, Loco tötet den Sheriff ebenso wie am Schluss “den Stummen” und richtet unter den gefangenen “Gesetzlosen” ein Massaker an.

Il grande silenzio ist extrem und unerbittlich, in seiner Aussage des Scheiterns allen Strebens nach Gerechtigkeit an der allgegenwärtigen Gewalt ebenso, wie in seiner Inszenierung dieser Gewalt und des lebensfeindlichen Winters Utahs. Die ganze Quälerei für Mensch und Tier, die durch dieses Klima verursachten Entbehrungen und das wie festgefroren wirkende “Snowhill” erinnern dabei tatsächlich sehr stark an Andre de Toths Day of the Outlaw. Dass Corbucci das klassische Western-Schema schlicht umkehrt und am Ende das abgrundtief Böse siegen lässt, hat Jean-Louis Trintignant vielleicht nicht nur den Eintritt in die Riege der neuen Ikonen des Italo-Westerns verwehrt, es hat dem Film in Verbindung mit seiner ausufernden Gewaltdarstellung auch zum Teil heftige Kritik eingebracht. Dabei galten diese Vorwürfe wahrscheinlich nicht selten einer vermeintlich mangelnden Intellektualität dieser “Gewalt-Oper”, die man andererseits in New Hollywood-Filmen wie McCabe & Mrs. Miller zu entdecken glaubte. Nichts könnte falscher sein. Denn wie bei Robert Altman, so wird auch bei Corbucci das traditionelle Geschichtsbild des Pioniers im Western zertrümmert, er ist fortan selbst Opfer, wird massakriert im Auftrag des Kapitals. Und Corbucci selbst erklärte, warum die Figur des “Stummen” und dessen Opfer am Ende einem tatsächlich so nahe geht und warum dieses Ende dann doch mehr ist, als nur eine bloße Umkehrung des Mythos: “Silenzio, der Held dieses Films, lässt sich – man verzeihe den Vergleich – ein wenig wie Christus töten, ich will damit sagen, dass es sich in etwa um das totale Opfer handelt, das die Gewalttätigkeit verdammt.”

Ein weiterer europäischer Schnee-Western, die spanische Produktion Condendados a vivir (Todesmarsch der Bestien, 1972) von José Romero Marchent, versuchte vier Jahre später durchaus an diesen Anspruch Corbuccis anzuknüpfen, scheiterte dabei jedoch, trotz interessanter Drehbuchideen und zum Teil beeindruckender Bilder, vollends an vielen handwerklichen und schauspielerischen Unzulänglichkeiten und einer am Ende nur noch selbstzweckhaft vorgeführten Gewalt. Der gewaltige Ausbruch Sergio Corbuccis mit Il grande silenzio, dessen in weiße Schneelandschaften getauchte, tiefe thematische Schwärze, er war wohl einmalig und nicht mehr wiederholbar.

Condendados a vivir (Todesmarsch der Bestien, José Romero Marchent, 1972)

The Hateful Eight (2015)

Wie Day of the Outlaw, so spielt auch Quentin Tarantinos Film im winterlichen Wyoming, gedreht wurde The Hateful Eight allerdings im gebirgigen Südwesten Colorados. Tarantinos “postmoderne” Methode des Zitates, der Zertrümmerung und Neuzusammensetzung, sie ist bei diesem Film aufgrund seiner überschauberen filmhistorischen Referenzen besonders offensichtlich. Tarantino verbindet dabei das Opernhafte von Il grande silenzio im ersten Teil des Films mit dem kammerspielartigen von Track of the Cat und Day of the Outlaw im zweiten Teil, nimmt zudem noch eindeutig Bezug auf John Fords Stagecoach (Ringo, 1939) wie auch – genreübergreifend – auf Science Fiction-Schneefilme wie The Thing from Another World (Das Ding aus einer anderen Welt, Christian Nyby, 1951) sowie dessen Remake John Carpenter’s The Thing (Das Ding aus einer anderen Welt, John Carpenter, 1982).

The Hateful Eight ist natürlich ein Metafilm und folglich der einzige der hier vorgestellten Schnee-Western mit filmischer Distanz und Humor. Er ist zugleich Assemblage und Würdigung seiner Referenzen – etwa auch durch seine Filmmusik Ennio Morricones -, ironisch und ernst, zugleich hart, grausam und brutal und doch verspielt, ganz in der üblichen, selbstauferlegten Regellosigkeit der meisten Filme Tarantinos. Aus der seelischen Kälte der Figuren seiner Vorbilder wird hier popkulturelle coolness, aus der Bedeutungsschwere der Dialoge in Track of the Cat, ihrer Reduziertheit in Day of the Outlaw und ihrer Knappheit in Il grande silenzio, wird in The Hateful Eight einer der für Tarantino so bezeichnenden “Talkies”, unendlich ausufernd, voller kleiner und großer Geschichtchen und Geschichten, fast schon wie in einem Theaterstück.

The Hateful Eight (The Hateful 8, Quentin Tarantino, 2015)

Im Jahr 2015 hat der Western nichts mehr Neues oder gar Wesentliches über unsere Zeit zu erzählen, folglich lässt sich mit ihm alles erzählen, seine eigene Geschichte ebenso, wie die Bewunderung seines Regisseurs für die Filme und Helden seiner Jugend. Und diese Bewunderung, sie ist in The Hateful Eight nur allzu offensichtlich, in seinen Bildern, aber auch in seinen Figuren wie etwa den beiden Kopfgeldjägern Major Marquis Warren (Samuel L. Jackson) und John „The Hangman“ Ruth (Kurt Russell). Dabei wechselt der Film mehrmals seinen Ton, einmal die Opernhaftigkeit von Il grande silenzio aufgreifend, dann in eine Art Kriminalgeschichte übergehend, um dann am Schluss in einer Gewaltorgie zu enden. Tarantino greift dabei zwar alle seine Vorbilder auf, denkt sie aber nicht weiter oder gar neu, er macht daraus das, was im Grunde seine große Stärke im Kino unserer Zeit ist, einen beeindruckenden Schauspielerfilm. Allerdings gelingt es ihm dabei nicht mehr, trotz der brillanten Darstellung des “Miststücks” Daisy Domergue von Jennifer Jason Leigh, neue Ikonen zu schaffen, so wie dies Corbucci mit Franco Nero, Leone mit Clint Eastwood oder ihm selbst einmal mit John Travolta mit Pulp Fiction (1994) und Pam Grier mit Jackie Brown (1997) gelungen ist.

So bleibt Quentin Tarantino mit The Hateful Eight ganz bei sich und seiner sehr eigenen Vorstellung vom Kino und tastet, trotz aller Zitate und formalen wie thematischen Referenzen, seine großen Schnee-Western-Vorbilder nicht wirklich an – und gerade dadurch erweist er ihrer Einmaligkeit und Bedeutung vielleicht sogar eine größere Würdigung, als es ein tatsächliches Remake jemals gekonnt hätte.

 

Bild-/Tonträger:

DVDs: „Track of the Cat – Spur in den Bergen“ (Paramount, 2007), Bild: 16:9-1.77:1, Ton: Englisch/Italienisch (mit dt. Untertiteln); „Tag der Gesetzlosen“ (Euro Video, 2011), Bild: 16:9-1.77:1, Ton: Deutsch/Englisch; „Leichen pflastern seinen Weg“ (Filmjuwelen, 2017), Bild: 16:9-1.77:1, Ton: Italienisch/Deutsch/Französisch; „The Hateful 8“ (Universum, 2016), Bild: 16:9-1.78:1, Ton: Deutsch/Englisch.

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